Gelenkschirurgie

Die Gelenkschirurgie umfasst Eingriffe, die durch erblich bedingte Gelenkserkrankungen und Fehlstellungen nötig werden, sowie traumatische Gelenkserkrankungen, wie gelenksnahe Frakturen. Häufige Erkrankungen werden im Anschluss erläutert.

Leistungen Gelenkschirurgie

Erbliche (angeborene) Gelenkserkrankungen:

Loslösung von jugendlichen Gelenksknorpeln (Osteochondrosen) bzw. von Gelenksbildenden Knochenteilen (isolierter Processus coronoideus medialis und isolierter Processus anconeus)

Knochenwachstumserkrankungen (Radius curvus, FCP, ect.)

Fehlstellungen der Gelenksachsen und damit verbunden, fehlerhaft entwickelte Gelenke (Hüftgelenksdysplasie und Kniescheibenluxationen).

Traumatische Gelenkserkrankungen:

  • Riss des vorderen oder seltener des hinteren Kreuzbandes im Kniegelenk.
  • Läsionen von Kollateralbändern (Seitenbänder) sowie Sehnenrisse in fast allen Gelenken.
  •  Gelenksnahe Frakturen nach Unfällen.

 

Osteochondrosen

Diese Knorpeldefekte kommen fast nur bei größeren jugendlichen Hunderassen vor. Die Patienten zeigen plötzliche Lahmheiten. Am häufigsten betroffene Gelenke sind das Ellbogengelenk und das Schultergelenk. Seltener kommen die Osteochondrosen im Kniegelenk, Handwurzelgelenk sowie Sprunggelenk vor.

Diagnose: Klinische Untersuchung, anschließende Röntgen- bzw. CT- Untersuchung.

Therapie : Operative Entfernung der Gelenksschuppe nach konservativer Eröffnung des Gelenkes durch einen langen Schnitt.

An unserer Klinik wird seit vielen Jahren die schonende minimalinvasive endoskopische Diagnostik bzw. arthroskopische Entfernung des losgelösten Gelenksknorpels durchgeführt. Losgelöste gelenkbildende Knochenteile (isolierter proc. coronoideus medialis) sowie unvollständig verwachsene Knochenkerne (Proc. anconeus) werden ebenso diagnostiziert sowie arthroskopisch entfernt. Die Vorteile sind geringe Traumatisierung des Gelenks und schnellere Heilungsphasen.

 

Isolierter processus anconeus im Ellbogengelenk

 

Isolierter processus coronoideus medialis im Ellbogengelenk(CT-Bild)

Knochenwachstumserkrankungen

(Radius curvus, Distractio cubiti, aseptische Oberschenkelkopfnekrose LCP ect.) Beim radius curvus ist die Früherkennung äußerst wichtig. Bei dieser fast nur bei großen Hunderassen vorkommenden Erkrankung kommt es zum vorzeitigen Verschluss der Wachstumsfuge, der Ulna. Der Radius wächst aber trotzdem weiter. Da aber die Ulna ein Längenwachstum des Radius verhindert verformt sich der Radius wie bei der Vorderextremität des Dackels. Durch den abnormen Zug und Druck der Ulna auf das Ellbogengelenk wird dieses hochgradig schmerzhaft und verformt sich zunehmend. Nur eine rechtzeitig durchgeführte Korrekturosteotomie kann das Gelenk noch retten. Ebenso muss der bereits verdrehte Radius durch eine Korrektur wieder physiologisch gerade gemacht werden.

Die Legg-Calve-Pertes (aseptische Femurkopfnekrose) kommt nur bei Kleinhunderassen (Malteser, Pekinese, Toy- Pudel,Yorkshire Terrier ect). vor. Hier wird der Oberschenkelkopf während der Wachstumsphase schlecht mit Blutgefäßen ernährt und entartet zunehmend. Der Kopf stirbt ab und die Patienten haben höllische Schmerzen. Als Therapie kann nur der Oberschenkelkopf durch eine Operation entfernt werden. (Resektion- Hängehüfte) Da die Patienten sehr leicht sind, können sie nach kurzer Zeit wieder schmerzfrei gehen. Das Gelenk wird durch ein Pseudogelenk ersetzt.

Die Hüftgelenksdysplasie (HD)

Ist eine angeborene Hüftgelenkserkrankung großer Hunderassen. Dabei ist entweder der Oberschenkelkopf in einer Fehlwinkelstellung, oder die Pfanne ist zu flach entwickelt. (oder beide Veränderungen in Kombination) Daraus entwickelt sich ein instabiles Gelenk das in der Folge nach kurzer Zeit arthrotisch entartet. (Coxarthrose) Es gibt eine Reihe von Operationsmethoden, die entweder die Winkelung korrigieren (Varisationsosteotomie) oder die noch jugendliche und dadurch noch nicht arthrotisch veränderte Pfanne vertiefen (Pfannendachschwenkung) oder das gesamte Gelenk durch ein künstliches Gelenk ersetzen. (Totalendoprothese des Hüftgelenkes)

Alle diese Techniken werden natürlich an unserer Klinik schon seit vielen Jahren mit Erfolg praktiziert.

Die Kniescheibenluxation (Patellaluxation):

Auch hier handelt es sich um eine angeborene Erkrankung. Die Luxation kann stationär (fixiert) auftreten oder habituell (bedeutet,dass die Kniescheibe wieder nach einiger Zeit von selbst zurückspringt. Weiters unterscheidet man eine Luxation nach innen(medial) die nur bei Zwerg oder Minirassen beobachtet wird (Toy-Pudel, Yorkshire Terrier, ect.).und eine Luxation nach lateral, die wiederum öfter bei größeren Hunderassen vorkommt. (Kl. Münsterländer ect.). Auch hier gibt es wieder eine Vielzahl von Operationstechniken, die oft miteinander kombiniert werden.

Die stationäre Patellaluxation sollte schon beim Junghund operiert werden, da die Patienten fast nicht gehen können. Die habituelle Luxation nur dann wenn der Hund sehr oft nur mit drei Beinen läuft und deutliche Schmerzen zeigt.

Korrekturosteotomie

Riss des vorderen Kreuzbandes oder seltener, des hinteren Kreuzbandes

Durch den Riss des Kreuzbandes wird das Kniegelenk instabil und der Unterschenkel gleitet nach vorne (Schubladenphänomen) Die Patienten haben starke Schmerzen und belasten die Extremität nur mehr tippend. Ohne rechtzeitige Operation entsteht durch die Instabilität als Komplikation leicht ein Meniskusschaden. Operationstechniken: Ersatz des gerissenen Kreuzbandes durch eine Bandplastik (over the top) oder ein künstliches Kreuzband (De Angelis).

Als neueste Operationsmethode hat sich in letzter Zeit eine Korrekturosteotomie des Unterschenkelkopfes durchgesetzt. (TPLO) Durch diese Methode wird dem Schubladenphänomen entgegengewirkt und die Patienten gehen besser als mit den anderen Methoden. Ein umgeschlagener innerer Meniskus muss teilreseziert werden.

Bänderrisse

Werden fast immer durch künstliche Bänder oder durch eine Gelenksversteifung behandelt.

Gelenksnahe Frakturen

müssen immer operiert werden. Nach Reposition der Fraktur wird diese mittels Schrauben und Plattenosteosynthese stabilisiert. In seltenen Fällen genügt eine Fixation mittels Nagelungen und Spickungen

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